Von Samstag, den 2. März 2019 an findet unser monatliches Trauercafé an einem anderen Ort statt, nämlich in den Räumen der Paul Gerhardt-Gemeinde, Händelstr 21 in 31141 Hildesheim.

Der Zeitpunkt (15 bis 17 Uhr) bleibt gleich.


 

Auch in diesem Jahr haben wir an die von uns begleiteten Verstorbenen in einem Gedenkgottesdienst erinnert. In der Paul-Gerhardt-Kirche konnten Angehörige und Mitarbeiter des Vereins noch einmal Abschied nehmen und der Toten gedenken. Während des Gottesdienstes wurden alle Namen noch einmal verlesen und Kerzen angezündet.

Im Anschluss an den Gottesdienst konnten sich Angehörige, Ehrenamtliche, Vorstand und Koordinatoren bei Kaffee und Kuchen austauschen.

Kerzen zum Gedenken an die begleiteten Verstorbenen


 

Entgegen großer Befürchtungen erreichten alle Teilnehmer unserer Mannschaft die Ziellinie! Bei hervorragendem Laufwetter und guter Stimmung haben wir den Tag genossen. Im Anschluss an den sportlichen Teil konnte der Kalorienhaushalt wieder ausgeglichen werden und es ergaben sich viele interessante Gespräche, auch mit den Bewohnern und Mitarbeitern des Röderhofes. Sicherlich sind wir auch nächstes Mal wieder dabei. – Vielleicht mit einem größeren Kader und einem eigenen (Hospiz-) Fanclub. Mitläufer sind herzlich willkommen.

Das erfolgreiche Team des Hospizvereins


 

Zehn Jahre Kraft und Zeit für Menschen in der letzten Lebensphase investiert


Mitgründer des Hospizvereins „Geborgen bis zuletzt“ Friedrich Wißmann als Vorsitzender verabschiedet
Nachfolger ist Christian Castel

Neuer und ehemaliger Vorsitzender des Hospizvereines: Christian Castel und Friedrich Wißmann

„Haben Sie schon einmal einen Verabschiedungstext in der Bibel gefunden?“, fragte Superintendent Christian Castel die Gottesdienstbesucher in der Lukaskirche. Anlässlich der Verabschiedung des langjährigen Vorsitzenden und Mitbegründers des Hospizvereins „Geborgen bis zuletzt“, Friedrich Wißmann, sei das keine einfache Aufgabe gewesen, erklärte Castel gleich zu Beginn seiner Predigt. Im Simeon-Text sei er schließlich fündig geworden: thematisiert werden Begegnung und Abschied gleichermaßen.

Mit einem Gottesdienst feierten und verabschiedeten rund 50 Weggefährten und Ehrenamtliche aus verschiedenen Gruppen des Hospizvereins ihren langjährigen Vorsitzenden in der Ochtersumer Lukaskirche. Castel folgt selbst Friedrich Wißmann als Vorsitzender nach. „Eine große Aufgabe“, sagte er, gerade angesichts der Leistungen von Friedrich Wißmann.

„Ich danke Ihnen dafür, was Sie in diesen Verein an Zeit und Kraft investiert haben“, sagte Castel. Nun könne Wißmann auch ein wenig mehr Zeit für andere Dinge aufwenden, zum Beispiel die Imkerei. Denn er ist auch gleichzeitig Vorsitzender eines Imkervereins. Kollegen aus dem Hospizverein durften sich daher im Laufe der Jahre über viele Gläser Honig freuen. Sie betonten die gute, unkomplizierte und erfolgreiche Zusammenarbeit im Verein und bedankten sich bei Friedrich Wißmann und seiner Frau mit Reden, kleinen Aufmerksamkeiten und einem gemeinsam gesungenen Kanon.

Ein kleiner Dank überreicht durch Frau Cordula StepperWißmann, der 2008 den Hospizverein mitgründete, bedankte sich in seiner Abschiedsrede bei allen Mitgliedern. „Eine große Schwierigkeit am Anfang war es, die räumlich getrennten einzelnen Hospizgruppen von Hoheneggelsen bis Coppenbrügge zusammenzuführen“, erinnerte sich Wißmann an die Anfänge. Wichtig sei es ihm außerdem immer gewesen, viele Ehrenamtliche zu finden und sie zum Mitmachen zu motivieren. Aktuell sind rund 100 Ehrenamtliche in dem Verein aktiv, darunter viele Sterbe- und auch einige Trauerbegleiter. Sie kommen zu den kranken und sterbenden Menschen nach Hause, besuchen sie aber auch in Altenheimen oder auf der Palliativstation des Helios Klinikums in Hildesheim.

Vor seiner Pensionierung arbeitete Wißmann als Referent beim Landesrechnungshof. Im Hospizverein organisierte er nicht nur viele der notwendigen Schulungen und Ausbildungen für die ehrenamtlichen Sterbebegleiter. Zusammen mit den Vorstandskollegen kümmerte er sich auch um gemeinschaftliche Aktivitäten wie die jährliche Tagesfahrt zu stationären Hospizen oder auch die Weihnachtstreffen. Dies sei ihm immer sehr wichtig gewesen, sagte er, um auch die Gemeinschaft der Ehrenamtlichen zu stärken.

„In der Öffentlichkeit soll deutlich werden, dass für den Menschen in der letzten Lebensphase jemand da ist, mit dem er über seine Probleme reden kann“, sagte er. Das sei in der familiären Situation oft schwierig, viele würden daher mit anderen Menschen von außen viel direkter sprechen können.
In seiner Zeit sei auch eine Kooperation mit dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke aufgenommen worden, berichtete Wißmann. Ehrenamtliche des Hospizvereins können nun spezifisch geschult werden, wenn es um die Sterbebegleitung von Kindern geht.

Gruppenfoto

Eine Aufgabe der Hospiz-Ehrenamtlichen ist auch die Teilnahme an Sozialamtsbestattungen, um den meist sehr einsamen Urnenbeisetzungen etwas Würde mitzugeben. „Das sind im Jahr eine ganze Menge“, sagt Wißmann.
Die Arbeit, obwohl zum größten Teil ehrenamtlich geleistet, koste dennoch viel Geld, betonte er. Zwar werden die Stellen der Hauptamtlichen über öffentliche Mittel finanziert. Um auch die übrigen Kosten decken zu können, gehöre die Spendeneinwerbung zu den wichtigen Aufgaben des Vorstands.

Seinen Abschied als Vorsitzender habe er selber angeregt, sagte Wißmann. Er bleibe auch weiterhin dem Verein als Mitglied verbunden, aber eben nicht mehr als Vorsitzender: Nach einer bestimmten Zeit sei im ehrenamtlichen Bereich ein Wechsel notwendig, um auch Anderen Chancen und neue Aufgaben zu ermöglichen: „Zehn Jahre sind die Grenze.“

Text: Florian Aue


 

Der Hospizverein "Geborgen bis zuletzt" war zu Gast in der Lukaskirche in Ochtersum und sorgte für ein volles Haus. 14 Trauerbegleiterinnen im Hospizverein waren in einem neunmonatigen Ausbildungskurs auf ihr Amt vorbereitet worden und treten nun in die Praxis ein. Sie wurden im Rahmen des Gottesdienstes für ihr Amt gesegnet und vom Vorstand beauftragt.

Der Hospizverein, der sich im wesentlichen mit vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern um Menschen in ihrer letzten Lebensphase kümmert, hat die Ausbildung im Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz, dessen Vorsitzender Ulrich Domdey auch anwesend war, als Modell organisiert und wird dies nach einigen Monaten des Praxiseinsatzes evaluieren. Die Nachfragen nach Trauerbegleitung sind in letzter Zeit erheblich gestiegen, wie Vorsitzender Friedrich Wißmann ausführte, so dass die wenigen bereits neben ihrer Sterbebegleitung ausgebildeten Ehrenamtlichen durch eigenständige Trauerbegleiter entlastet werden müssen.

Den Gottesdienst gestaltete Pastorin Nora Steen mit einigen der neuen Trauerbegleiterinnen. Nora Steen schlug in ihrer beeindruckenden Predigt den Bogen von der Emausgeschichte zu den heutigen Problemen der Trauer, für die sich häufig nicht die notwendige Zeit genommen werde. Wohlgemeinte Ratschläge helfen nicht, wohl aber eine einfühlsame Begleitung und die Bereitschaft, den Trauernden zuzuhören und mit ihren Gefühlen ernst zu nehmen. Auch Friedrich Wißmann mahnte an, das die Gesellschaft wieder Sterben, Tod und Trauer stärker in den Blick nehmen müsse und den Menschen geholfen werden sollte, entlastende Rituale zu finden. Tod und Trauer gehören zum Leben.

Das betonte auch Bürgermeisterin Beate König, die OB Dr. Meyer als Vertreterin der Stadt vertrat. Ihre einfühlsamen Worte rundeten die Veranstaltung ab. Mit eingesegnet wurde eine Hospizbegleiterin, die eine intensive Ausbildung zur Kinderhospizbegleiterin beim Kinderhospiz Löwenherz absolviert hatte und nun diese Arbeit aufnimmt.

Beim anschließenden Steh-Kaffee sind viele Erfahrungen über Sterben, Tod und Trauer ausgetauscht worden.

Die Trauerbegleitung ist unter der Hospiz–Telefonnummer 05121 918 74 62 erreichbar.