Anmeldung noch möglich 

Der ökumenische Hospizdienst Sarstedt e.V. und der Hospizverein „Geborgen bis zuletzt“ bieten in diesem Jahr wieder gemeinsam einen Vorbereitungskurs zur Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen an. Der Kurs soll im August beginnen. Die Einzelgespräche mit den Kursleitungen finden ab Juni 2019 statt.

Der Kurs erfolgt in Anlehnung an das „Celler Modell“, welches sich in drei Teile gliedert. Im Grundkurs werden - neben anderen Ausbildungsinhalten - Fähigkeiten vermittelt, um die eigene Wahrnehmungsfähigkeit zu stärken. In der Praktikumsphase werden die Teilnehmer/innen erste praktische Erfahrungen sammeln. Der letzte Teil besteht aus dem Vertiefungskurs, in dem es verstärkt um die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung zum Thema Sterben und Tod geht.

Die Ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter/innen begleiten Menschen auf ihrem letzten Lebensweg. Auch den Angehörigen stehen sie unterstützend zur Seite - in der häuslichen Umgebung, in Pflegeheimen, Behinderteneinrichtungen und in Krankenhäusern. Die Hospizvereine freuen sich über engagierte Menschen, die die Hospizarbeit tatkräftig unterstützen möchten.

Der Kurs beginnt am 21. August 2019 (nach den Sommerferien). Er beinhaltet 13 Mittwochsveranstaltungen (jeweils 18:00 – 21:00 Uhr) und 4 Samstagsveranstaltungen (jeweils 09:30 Uhr -16:30 Uhr). Veranstaltungsort ist die Paul-Gerhardt-Gemeinde (Händelstr. 21 in 31141 Hildesheim). Nach Abschluss des Vorbereitungskurses, im März 2020, beginnt dann der Einsatz in der Hospizbegleitung.

Anmeldungen werden erbeten unter der Telefonnummer des Hospizvereins:
05121 - 918 74 62.

Für Fragen steht Ihnen das Koordinationsteam natürlich selbstverständlich telefonisch zur Verfügung.


 

Auch in diesem Jahr haben wir an die von uns begleiteten Verstorbenen in einem Gedenkgottesdienst erinnert. In der Paul-Gerhardt-Kirche konnten Angehörige und Mitarbeiter des Vereins noch einmal Abschied nehmen und der Toten gedenken. Während des Gottesdienstes wurden alle Namen noch einmal verlesen und Kerzen angezündet.

Im Anschluss an den Gottesdienst konnten sich Angehörige, Ehrenamtliche, Vorstand und Koordinatoren bei Kaffee und Kuchen austauschen.

Kerzen zum Gedenken an die begleiteten Verstorbenen


 

Entgegen großer Befürchtungen erreichten alle Teilnehmer unserer Mannschaft die Ziellinie! Bei hervorragendem Laufwetter und guter Stimmung haben wir den Tag genossen. Im Anschluss an den sportlichen Teil konnte der Kalorienhaushalt wieder ausgeglichen werden und es ergaben sich viele interessante Gespräche, auch mit den Bewohnern und Mitarbeitern des Röderhofes. Sicherlich sind wir auch nächstes Mal wieder dabei. – Vielleicht mit einem größeren Kader und einem eigenen (Hospiz-) Fanclub. Mitläufer sind herzlich willkommen.

Das erfolgreiche Team des Hospizvereins


 

Zehn Jahre Kraft und Zeit für Menschen in der letzten Lebensphase investiert


Mitgründer des Hospizvereins „Geborgen bis zuletzt“ Friedrich Wißmann als Vorsitzender verabschiedet
Nachfolger ist Christian Castel

Neuer und ehemaliger Vorsitzender des Hospizvereines: Christian Castel und Friedrich Wißmann

„Haben Sie schon einmal einen Verabschiedungstext in der Bibel gefunden?“, fragte Superintendent Christian Castel die Gottesdienstbesucher in der Lukaskirche. Anlässlich der Verabschiedung des langjährigen Vorsitzenden und Mitbegründers des Hospizvereins „Geborgen bis zuletzt“, Friedrich Wißmann, sei das keine einfache Aufgabe gewesen, erklärte Castel gleich zu Beginn seiner Predigt. Im Simeon-Text sei er schließlich fündig geworden: thematisiert werden Begegnung und Abschied gleichermaßen.

Mit einem Gottesdienst feierten und verabschiedeten rund 50 Weggefährten und Ehrenamtliche aus verschiedenen Gruppen des Hospizvereins ihren langjährigen Vorsitzenden in der Ochtersumer Lukaskirche. Castel folgt selbst Friedrich Wißmann als Vorsitzender nach. „Eine große Aufgabe“, sagte er, gerade angesichts der Leistungen von Friedrich Wißmann.

„Ich danke Ihnen dafür, was Sie in diesen Verein an Zeit und Kraft investiert haben“, sagte Castel. Nun könne Wißmann auch ein wenig mehr Zeit für andere Dinge aufwenden, zum Beispiel die Imkerei. Denn er ist auch gleichzeitig Vorsitzender eines Imkervereins. Kollegen aus dem Hospizverein durften sich daher im Laufe der Jahre über viele Gläser Honig freuen. Sie betonten die gute, unkomplizierte und erfolgreiche Zusammenarbeit im Verein und bedankten sich bei Friedrich Wißmann und seiner Frau mit Reden, kleinen Aufmerksamkeiten und einem gemeinsam gesungenen Kanon.

Ein kleiner Dank überreicht durch Frau Cordula StepperWißmann, der 2008 den Hospizverein mitgründete, bedankte sich in seiner Abschiedsrede bei allen Mitgliedern. „Eine große Schwierigkeit am Anfang war es, die räumlich getrennten einzelnen Hospizgruppen von Hoheneggelsen bis Coppenbrügge zusammenzuführen“, erinnerte sich Wißmann an die Anfänge. Wichtig sei es ihm außerdem immer gewesen, viele Ehrenamtliche zu finden und sie zum Mitmachen zu motivieren. Aktuell sind rund 100 Ehrenamtliche in dem Verein aktiv, darunter viele Sterbe- und auch einige Trauerbegleiter. Sie kommen zu den kranken und sterbenden Menschen nach Hause, besuchen sie aber auch in Altenheimen oder auf der Palliativstation des Helios Klinikums in Hildesheim.

Vor seiner Pensionierung arbeitete Wißmann als Referent beim Landesrechnungshof. Im Hospizverein organisierte er nicht nur viele der notwendigen Schulungen und Ausbildungen für die ehrenamtlichen Sterbebegleiter. Zusammen mit den Vorstandskollegen kümmerte er sich auch um gemeinschaftliche Aktivitäten wie die jährliche Tagesfahrt zu stationären Hospizen oder auch die Weihnachtstreffen. Dies sei ihm immer sehr wichtig gewesen, sagte er, um auch die Gemeinschaft der Ehrenamtlichen zu stärken.

„In der Öffentlichkeit soll deutlich werden, dass für den Menschen in der letzten Lebensphase jemand da ist, mit dem er über seine Probleme reden kann“, sagte er. Das sei in der familiären Situation oft schwierig, viele würden daher mit anderen Menschen von außen viel direkter sprechen können.
In seiner Zeit sei auch eine Kooperation mit dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke aufgenommen worden, berichtete Wißmann. Ehrenamtliche des Hospizvereins können nun spezifisch geschult werden, wenn es um die Sterbebegleitung von Kindern geht.

Gruppenfoto

Eine Aufgabe der Hospiz-Ehrenamtlichen ist auch die Teilnahme an Sozialamtsbestattungen, um den meist sehr einsamen Urnenbeisetzungen etwas Würde mitzugeben. „Das sind im Jahr eine ganze Menge“, sagt Wißmann.
Die Arbeit, obwohl zum größten Teil ehrenamtlich geleistet, koste dennoch viel Geld, betonte er. Zwar werden die Stellen der Hauptamtlichen über öffentliche Mittel finanziert. Um auch die übrigen Kosten decken zu können, gehöre die Spendeneinwerbung zu den wichtigen Aufgaben des Vorstands.

Seinen Abschied als Vorsitzender habe er selber angeregt, sagte Wißmann. Er bleibe auch weiterhin dem Verein als Mitglied verbunden, aber eben nicht mehr als Vorsitzender: Nach einer bestimmten Zeit sei im ehrenamtlichen Bereich ein Wechsel notwendig, um auch Anderen Chancen und neue Aufgaben zu ermöglichen: „Zehn Jahre sind die Grenze.“

Text: Florian Aue